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Historie "Obermarktstraße 1"

Wer am Mindener Marktplatz auf das heutige L.A. basta blickt, sieht einen Ort, den viele Menschen noch unter einem anderen Namen kennen: Café de l’Opera. Besonders eng verbunden ist diese Adresse mit Lutz Heimann. Er prägte hier über viele Jahre einen Treffpunkt, dessen Bedeutung sich auch daran ablesen lässt, wie persönlich noch lange danach über ihn und sein Café geschrieben wurde.

Wo Minden sich trifft – vom Café de l’Opera zum L.A. basta

Die Geschichte des Cafés reicht bis 1980 zurück. Das geht aus einem Rückblick des Mindener Tageblatts vom 7. April 2010 hervor. Die Zeitung schrieb dem Lokal sogar eine besondere Rolle bei der Belebung des Marktplatzes zu: Es habe als erstes Café Stühle auf den Markt gestellt und damit dessen Erscheinungsbild mitgeprägt. Aus einer Geschäftsadresse wurde so ein Ort, an dem man draußen sitzen und am Leben der Innenstadt teilnehmen konnte. Eine Tradition, die bis heute zum Charakter dieses Standortes gehört. (MT, 7. April 2010, Seite 4)

1991 begann die Zeit von Lutz Heimann. Ein zeitgenössischer Bericht im Mindener Tageblatt vom 19. Juni dokumentiert die Wiedereröffnung nach einer einwöchigen Renovierung unter seiner Leitung. Das Café bestand also bereits, als Heimann es übernahm.

Die damaligen Zahlen vermitteln eine Vorstellung von seiner Größe: 120 Sitzplätze im Inneren und rund 100 weitere draußen am Rand des Marktplatzes. Im hinteren Bereich richtete Heimann eine Nichtraucherzone für 50 Gäste ein. Dass die Zeitung darüber eigens berichtete, erzählt zugleich etwas über die damalige Gastronomie, in der rauchfreie Bereiche noch eine besondere Erwähnung wert waren. Auch das Angebot änderte sich: Salate, Toastvariationen und täglich wechselnde Eintopfgerichte ergänzten die Karte. (MT, 19. Juni 1991, Seite 6)

Unter Heimanns Leitung entwickelte sich das Café zu einem bekannten Mindener Treffpunkt. Sein Gastgeber war dabei selbst in verschiedenen Bereichen des Stadtlebens zu Hause. Der spätere Nachruf der Schaumburg-Lippischen Landes-Zeitung erinnert an ihn als Handballer, Karnevalsprinzen und Fotografen. Wer Heimann kannte, kannte ihn deshalb möglicherweise aus der Sporthalle, vom Karneval oder mit der Kamera in der Hand – und begegnete ihm an der Obermarktstraße wieder.

Auch in den Quellen des TuSpo Meißen hat er Spuren hinterlassen. Die Vereinszeitung bezeichnet ihn als einen der Hauptinitiatoren ihrer neuen Aufmachung. Das Vereinsarchiv dokumentiert außerdem eine Auszeichnung für das Café: Am 2. Oktober 2006 erhielt es demnach den Stadtgeflüster Award als bestes Café in Minden. Zwei Tage später gratulierte der Verein Heimann und seinem Lokal. Diese kleinen Fundstücke zeigen, wie selbstverständlich Gastronomie, persönliche Bekanntschaften und Vereinsleben hier miteinander verbunden waren.

Zur Geschichte gehören allerdings auch Unterbrechungen. Im Frühjahr 2010 erlebte der damalige Cafébetrieb eine wirtschaftliche Zäsur. Das Mindener Tageblatt berichtete über eine Schließung im Zusammenhang mit einem Insolvenzantrag. Schon die Überschrift brachte jedoch zum Ausdruck, welchen Stellenwert der Ort für seine Gäste hatte: „Das l’Op gehört einfach dazu“.

Noch im selben Jahr begann ein neues Kapitel. Am 20. November 2010 stellte eine Sonderveröffentlichung des Mindener Tageblatts das renovierte Lokal unter André Becker und Miguel Antunes vor. Aus dem Café de l’Opera wurde nun auch offiziell das „Lop“ – der kurze Name, den viele Gäste bereits verwendeten.

Die Veränderung war sichtbar: helle Räume, LED-Licht und ein Bereich mit Lounge-Möbeln. Das Konzept verband Café, Bar und Bistro. Becker brachte seine Erfahrung aus der Musik- und Veranstaltungsszene mit; zugleich sollte das Lokal weiterhin ein Ort zum Essen und für Begegnungen bleiben. Der vertraute Treffpunkt bekam ein neues Erscheinungsbild. (MT, 20. November 2010, Sonderveröffentlichung)

Wie selbstverständlich das Essen zum Alltag des Hauses gehörte, zeigt ein erhaltenes Mittagsangebot aus dem Februar 2011. Der lokale Gastronomieblog Mühlenkreiskritiker dokumentierte unter anderem Hähnchen-Piccata mit Spaghetti, Schweinemedaillons und Frikadellen mit Kohlrabigemüse. Die aufgeführten Gerichte kosteten zwischen 5,50 und 6,50 Euro. Es ist ein kleines Zeitdokument, das die Geschichte um etwas sehr Alltägliches ergänzt: die Frage, was mittags auf den Tisch kam.

Ein MT-Porträt über André Becker blickte 2017 auf dessen Übernahme Ende 2010 zurück und beschrieb sein gastronomisches Kapitel als einen Abschnitt, der drei Jahre später endete. Danach folgten weitere Veränderungen. Im Januar 2015 berichtete HALLO MINDEN über leer stehende Räume des „LOP“ und eine erneut ausgeschriebene Vermietung. Anfang 2017 wurde das ehemalige Lokal noch einmal für die Innenstadtfete genutzt, bevor eine Renovierungsphase beginnen sollte.

Später folgte das „Soho“, dessen Betreiber Patrick Zander in einem Zeitungsbericht von Dezember 2018 genannt wird. Im Oktober 2019 ist schließlich die Eröffnung des L.A. basta in den früheren Räumen des Soho beziehungsweise des Café l’Opera belegt. Wieder bekam die Adresse einen neuen Namen und ein anderes gastronomisches Angebot.

Ein Haus voller Erinnerungen – vom Café de l’Opera zum L.A. basta

Heute steht das L.A. basta hier für italienische Küche und Restaurantabende am historischen Marktplatz. Die Vergangenheit bleibt dennoch Teil der Erfahrung vieler Gäste. Wer früher im Café de l’Opera saß, bringt diese Erinnerung bei einem heutigen Besuch mit. Die Namen auf der Fassade haben gewechselt; die persönlichen Verbindungen zu diesem Ort lassen sich weniger leicht austauschen.

Lutz Heimann starb am 28. Februar 2023 im Alter von 60 Jahren. Sein Tod kam nach dem zeitgenössischen Nachruf völlig überraschend. Mit ihm verlor Minden einen Menschen, der über seine Tätigkeit als Gastronom hinaus bekannt und mit dem Leben der Stadt verbunden gewesen war.

Im März 2023 widmete Matthias Kalle dem Café de l’Opera einen persönlichen Rückblick im Mindener Tageblatt. Bereits der öffentlich zugängliche Vorspann zeigt, welchen Platz es in seiner Erinnerung einnahm: Er blickte auf eine Zeit zurück, in der das „Lop“ für ihn und andere das beste Café der Welt gewesen sei. Eine persönliche Wertschätzung, die viel über die Bindung an diesen Ort erzählt.

Die Geschichte der Obermarktstraße 1 besteht deshalb aus den Menschen, die hier gearbeitet, ihre Gäste begrüßt und immer wieder einen Anlass zum Wiederkommen geschaffen haben. Lutz Heimann hat einen besonders prägenden Teil davon geschrieben. André Becker und die späteren Gastgeber fügten weitere Kapitel hinzu.

Wer heute im L.A. basta Platz nimmt, sitzt an einer Adresse mit einer seit 1980 belegten Café- und Restaurantgeschichte. Für manche beginnt der Abend mit einem Blick in die Speisekarte. Für andere beginnt er mit der Erinnerung daran, wie es hier früher einmal war.

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L.A. basta Minden

Edles Restaurant am Mindener Marktplatz

Obermarktstr. 1 (Markt), 32423 Minden

Telefon / WhatsApp Reservierung: 0571-59673431

So - Fr ab 17 Uhr, Sa ab 12 Uhr geöffnet

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